Fußballern eilt der Ruf voraus, nicht allzu viel nachzudenken. Dass dies ein nicht haltbares Klischee ist, beweist der uns anonym und exklusiv zugesandte, mit „Part of the game, Italy vs. England“ betitelte Tonbandmitschnitt eines Selbstgesprächs des italienischen Nationalspielers Andrea Pirlo vom 24. Juni 2012, 23.20 Uhr:
„Allora, was mache ich'e jetzt? Iss'e eh schon alles egal. Diese Rooney hat'e getroffen und diese Trottel von uns zuvor hat'e versemmelt – schießt'e einfach am Tor vorbei, diese Montolivio. Am Tor vorbei! Was für eine Dilettant! Incredibile! Nur was mache ich'e jetzt? Unte' links 'ineinknalle' wie die andere? Oder doch – sorpresa, sorpresa! – obe' rechts 'inein? Und dann trotzdem sind weg. Iss'e eh schon alles egal. Sind sowieso schon die Deppe' der Nation. Kommt'e auf eine più o meno nicht'e an. Und eigentlich'e mag ich eh wieder nach 'ause, iss'e irgendwie so Ostblock da in der Ukraine. Ja, vielleicht 'ebe ich ihn einfach mitte' aufs Tor, dann drehe ich ab, gehe dusche' und fliege nach 'ause zu Mamma und sperre mich dort ein paar Woche' ein. Danach 'aben sie es eh wieder alle vergesse'. Ecco, genau so mache ich – lässig mitte' aufs Tor – und dann Arrivederci! OLI
E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2012)















