Vom infernalischen Lärm in einem ganz bestimmten Dorf hinter dem Semmering war gestern hier die Rede. Dabei ist's ja nur der Kollateralschaden, den die arbeitsamen Ureinwohner mit ihren Maschinen erzeugen. Da darf man nicht meckern. Im Gegenteil. Wir lassen den Rasenmäher gehörig Treibstoff schlucken – und schon reihen sich die Städter stolz in das große Orchestrion, das eine infernalische Klangwolke gen Himmel schickt.
Freilich: Das Ganze ist übertrieben. Es gibt auch die meditativen Momente, wenn etwa beim Stammtisch der Gesprächsstoff versiegt, weil in dieser Woche kein Einziger der Ureinwohner gestorben ist. Wir haben auch einen versonnenen Philosophen entdeckt, den wir ob seines Gleichmuts bewundern. Heli G. hat – neben Skifahren und TV-Sport jeglicher Art – eine ganz spezielle Art der Kontemplation entwickelt. Gegen halb neun Uhr abends verlässt er wie auf ein geheimes Zeichen den Stammtisch, um sich seinem Hobby zu widmen: Sitzt im Garten und wartet, bis seine sechs Solarleuchten zum Leben erwachen. Und ist glücklich. Wenn dann der Wind die ersten Trompetentöne herüberweht, dann hat die Trachtenmusik ihre Probe. Dann ist die Welt in Ordnung. Und wie. hws
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2012)















