23.05.2013 09:55 Merkliste 0

Bobos im Zwielicht

 (Die Presse)

Vor zehn Jahren hatte der Unternehmensberater Richard Florida eine glänzende Idee: Wenn Städte reich werden wollen, müssen sie hip werden.

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Vor zehn Jahren hatte der Unternehmensberater Richard Florida eine glänzende Idee: Wenn Städte reich werden wollen, müssen sie hip werden. Je mehr basisdemokratisch geführte Biokeksbäckereien es gibt, in denen tätowierte Hipster Caffè Latte trinkend durch die Gläser betont ironisch getragener Krankenkassenbrillen auf ihr MacBook starren und auf Anfrage murmeln, sie würden „gerade so ein Projekt“ machen und „ihr Ding durchziehen“, desto höher das Wirtschaftswachstum, denn: Der Yuppie tut nach betäubendem Arbeitstag in der Bank oder der Rechtsanwaltskanzlei nichts lieber, als tätowierten, Caffè Latte trinkenden Hipstern beim Aufs-MacBook-Starren und Ding-Durchziehen zuzuschauen. Und so zieht er, einem Lemming gleich, der Hipness entgegen.

Lang beteten Stadtpolitiker die mysteriöse „Kreative Klasse“ an, doch nun naht Ungemach: „Die Hipster werden uns nicht retten“, warnte Salon.com, und die Zeitschrift „The Baffler“ merkt kritisch an, die Propheten der Hipness „haben keine Ahnung, was sie für Orte oder Menschen tun sollen, die keine Chance haben, jemals cool zu werden.“

Kein Bobo-Aufschwung also in Charleroi, Wanne-Eickel und Murau: schade, eigentlich. GO


E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2012)

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1 Kommentare

Oh Gott, ein Sommerlochartikel...

...und jetzt schon 10 Jahre lang...

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