Die Freude währte nur kurz. Berichte der Revolverpresse, denen zufolge sich die hoch verschuldete griechische Insel Ikaria Österreich anschließen möchte, waren also nur ein „netter Scherz“, wie es Ikarias Bürgermeister formulierte. Somit ist dieser ultimative Akt der Wirtschaftsmigration – mit Kind, Kegel und Eiland – vom Tisch, ein Wechsel der Staatsbürgerschaft wiegt offenbar schwerer als der Schuldendienst.
Dabei wäre alles so einfach. Nachdem Wien die größte Erfahrung mit Multikulti hat, könnte man die Insel, umbenannt in Trans-Transdanubien, problemlos zum 24. Bezirk deklarieren. Der nächste Schritt wäre die Überstellung des Tegetthoff-Denkmals vom Praterstern an die Mole von Ikaria und die zeitgleiche Vertiefung des Hafenbeckens, auf dass die reaktivierte k.u.k. Kriegsmarine keine Probleme beim Anlaufen ihrer neuen Basis hat. Die örtliche Taverne würde man in Schönbrunnergelb streichen, und zum Retsina gäbe es keine Souvlaki mehr, sondern Verhackertes. Einzig die Logistiker dieses Mediums würde die Südosterweiterung Österreichs vor eine echte Herausforderung stellen: Denn wie bringt man die „Presse am Sonntag“ rechtzeitig zu den Ständern an den Stränden von Ikaria? la
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)















