Aus Kärnten, diesem Minimundus der österreichischen Gegenwart, erreicht uns jüngst die wohl brisanteste Debatte des Sommers. Nein, bevor Sie wegschalten: Es geht nicht um politische Vogelscheuchen, nicht um gut (und teuer) geachtete Steuerberater und nein, schon gar nicht um Beachvolleyball, das dort ideologischer Vorbehalte halber nicht als Opium, sondern als Methadon fürs Volk gehandelt wird. Zur Debatte steht, ob zwei Frauen, die mit einem Kind einen Freizeitpark besuchen, ein Familienticket lösen dürfen oder nicht. In Minimundus, dem kleineren, vertrat man bis gestern nämlich die Auffassung, dass eine „Familie“ aus Mann, Frau und einer beliebigen Zahl an Kindern und Kegeln zu bestehen habe (ein Trauschein wurde, die Kärntner Realität kennend, wohlweislich nicht verlangt).
Aber hallo! Mehr hat es nicht gebraucht: „Ein beispielloser Skandal“ ist das für die Homosexuelleninitiative, bei den Kärntner Grünen gibt man sich immerhin noch „bestürzt“ und „empört“ – und Minimundus hat inzwischen klein (ha!) beigegeben. Nicht, dass das der Frage, wer sich nun aller wo als Familie einkaufen darf, Abbruch tun wird – ihr „Pizzi“-Team ortet das Sommerthema 2012. Die Welt ist halt klein. gr
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)















