Silvio Berlusconi hat's nicht leicht. Nicht nur, dass kommunistische Richter hinter ihm her sind. Nein, jetzt musste er auch noch vier Kilo abnehmen – ganz ohne Bunga-Bunga. Und viel schlimmer: Der Cavaliere musste auch noch zugeben, dass Italien in der Krise steckt. Wir erinnern uns – lange Zeit hatte er es geleugnet: „In Europa gibt es Länder wie Griechenland, um die man sich Sorgen machen muss. Wir aber meistern die Situation besser als alle anderen“, sagte er 2010. Und 2011: „Wir haben eine Mission Impossible realisiert: Wir haben die Krise gemeistert ohne jemals, wirklich kein einziges Mal, in die Taschen der Italiener zu greifen.“
Das Pizzicato-Team freut sich immer, wenn es sich selbst keine Pointen überlegen muss und die Politiker selbst dafür sorgen. Umso schockierender war Berlusconis Nachricht am Dienstag: „Die goldenen Zeiten sind vorbei, die fetten 1990er-Jahre nur mehr eine Erinnerung. Das Zauberwort heißt sparen. Wir müssen auf die Jugend setzen und Talente fördern.“ Ist Berlusconi tatsächlich als Finanzminister brauchbar? Keine Angst, liebe ESM-Partner, die Chancen dafür sind gering. Denn Silvios Sparpaket bezieht sich auf seine zweitwichtigste Nebensache der Welt: den Fußballclub AC Milan. ib
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2012)















