20.06.2013 09:02 Merkliste 0

Würfel statt Waffen

 (Die Presse)

Ziemlich ausgefuchst, diese Kambodschaner.

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Ziemlich ausgefuchst, diese Kambodschaner. Unter Druck der Opposition hat Ministerpräsident Hun Sen nun die eigentlich streng geheime Strategie seines Landes („Aber Sie zwingen mich ja, es zu verraten“, so der Regierungschef im Parlament) preisgegeben, bei der Grenzziehung mit Vietnam Tatsachen zu schaffen. Nachdem man nämlich seit 2006 mit dem Nachbarland verhandelt, wo genau die rund 1270 Kilometer lange gemeinsame Grenze verläuft – die Franzosen nahmen das bei ihrem Abzug 1954 nicht so genau –, werfen seine politischen Gegner Hun Sen nun vor, er tue zu wenig, um Landverlust an die lieben Nachbarn zu vermeiden.

Mitnichten! Hun Sen hat längst vorausgedacht: Nicht mit Waffen soll kambodschanisches Territorium gesichert werden, sondern mit – Spielcasinos. „Ich mag Casinos nicht, aber der wichtigste Grund zu ihrem Bau ist der Schutz der Grenze“, so der Ministerpräsident am Donnerstag im Parlament, denn: „Man kann die Grenzsteine abbauen, aber man kann keine fünfstöckigen Hotels entfernen.“ Womit nun endlich geklärt wäre, warum im Grenzgebiet in den vergangenen Jahren dutzendweise Hotelcasinos aus dem Boden geschossen sind – denn eigentlich ist Glücksspiel in Kambodscha verboten. wit


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)

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