So geil ist Karl-Heinz Grassers Penthouse“, titelte das Gratisblatt „Heute“ im Mai. Fotostrecken des 400-Quadratmeter-Objekts in der Wiener Innenstadt waren in jedem Boulevardblatt zu bewundern, das etwas auf sich hält. Für jene unter uns, die das nicht gesehen haben wollen: vier Schlafzimmer! Vier Badezimmer! Dachterrasse! Pool! Wildtierteppiche! (Das ist jetzt keine blöde Anspielung auf gewisse Jagdgesellschaften oder auf einen gewissen Grafen.)
Wie auch immer, der Wohnungsmarkt in Wien ist ein Wahnsinn. Seit drei Monaten ist der noble Dachboden nun auf dem Markt. Und noch immer nicht veräußert – pardon, vermietet. (Wen's interessiert: Für elf Millionen Euro gibt es lediglich das Mietrecht. Immerhin lebenslänglich. Äh, -lang natürlich. Dazu kommen ein paar Tausender Miete pro Monat.)
Egal, Fakt ist: Bisher will niemand Grassers Penthouse. Ist das zu glauben? Karl-Heinz Grasser, der als Finanzminister erfolgreich 60.000 Bundeswohnungen an den Mann gebracht hat, bleibt auf seiner eigenen Wohnung sitzen? Braucht er PR-Beratung von Peter Hochegger? Unterstützung von seinem Trauzeugen? Oder liegt das Problem ganz woanders? Ist Grassers Penthouse vielleicht einfach nur – zu schön? BEBA
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)















