21.05.2013 13:04 Merkliste 0

Bitte um ein Wunder!

 (Die Presse)

Loretto ist eine winzige, pittoreske Gemeinde im Nordburgenland an der Grenze zu NÖ.

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Loretto ist eine winzige, pittoreske Gemeinde im Nordburgenland an der Grenze zu NÖ. Sie wirkt wie ein großer Garten, der von der Basilika Maria Loretto dominiert wird; dort verehrt man das angeblich wundertätige Bild einer Schwarzen Madonna, Kopie der Schwarzen Madonna von Loreto in Italien, daher heißt der Ort auch so. Meist wirkt er wie ausgestorben – gut, er hat nur 460 Einwohner. Jährlich zu Mariä Himmelfahrt (für Unwissende und Heiden: Das war gestern, Mittwoch) drängen sich Zehntausende durch die Gassen und um den baumbestandenen Hauptplatz – wegen des Kirtags.

Alles ist schön, bunt, bukolisch und riecht nach Surschnitzel. Und dann krieg ich immer einen Anfall: Wieso, Madonna von Loretto, lässt du's zu, dass sich Menschen im Gedränge zwischen den Ständen just immer dort hinstellen, um blöd zu tratschen und blöd zu schauen, wo sie am meisten stören, alle anderen Passanten behindern und alles zum Erliegen bringen – nämlich MITTEN IM WEG? Noch dazu, wo diese Herumsteher der lokalen Esskultur wegen fast immer extrem umfängliche Hindernisse sind, ja wahre Roadblocks! Oh Maria, bitte gib ihnen Hirn und Sinn für Raumaufteilung und die Dynamik von Menschenmassen. Ein Wunder ist nämlich längst überfällig. WG


E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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