24.05.2013 07:16 Merkliste 0

Das tun nur Hunde

 (Die Presse)

Journalisten sind oft seltsam. Etwa, was die Sprache bzw. das Schreiben betrifft.

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Journalisten sind oft seltsam. Etwa, was die Sprache bzw. das Schreiben betrifft. Nicht wenige von uns pudeln sich gern als die Instanz des richtigenund schönen Schreibens auf, als Edelfedern, oft entbrennt die unsägliche Debatte von wegen angeblich schiefer Sprachbilder, falscher Metaphern und so, aber lassen wir das, bei manchen sind der ausdrucksmäßigen Vorstellungskraft und dem Buchstabenliberalismus halt Grenzen gesetzt. Aber um das geht's nicht, sondern um Übel der Redaktionsprosa, die es im Normalgebrauch nicht gibt, etwa das Wort Zwist. Wer sagt das im wahren Leben? Oder Tauziehen, für die Jahreszeit zu warm, etwas auf den Tisch legen, etc.

Mein aktuelles Hasswort ist aufhorchen. Das wird ganz gern von ORF-Leuten benutzt, mitunter glaubt man, die lassen ihre Texte von einem Computer mit einem Vokabular von etwa 200 Wörtern bauen, sie geben nur drei, vier Begriffe und Namen ein, um die es geht, und er spuckt einen Text aus. Aber zurück zum Aufhorchen, wie etwa: „Die Äußerung von XY aus Kärnten sorgt für Aufhorchen.“ Man stelle sich das bildlich vor: Sie hocken da und löffeln Suppe, dann driftet ein Tönchen heran und Sie klappen ihre Ohren hoch und glotzen. An was erinnert Sie das? Genau: an einen Hund. Also: Aufhorchen tun nur Hunde. WG


E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2012)

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2 Kommentare
Gast: ELO774
20.08.2012 12:24
0 0

Und das:

Aufgemerkt...


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