Es war gestern so ziemlich die Meldung: Am Dienstag hatten zwei „Typhoon“-Jäger (im Volksmund „Eurofighter“) des Bundesheeres Kurs auf ein arabisches Verkehrsflugzeug genommen, das in totaler Funkstille von Ungarn eingeflogen kam. Es erwies sich, dass dessen Piloten die falsche Frequenz eingestellt hatten, jedenfalls hatten die Typhoons voll auf die Tube gedrückt, um den Eindringling zu stellen. Folge: In der Region Steyr (OÖ) hörte man am Boden einen Knall – die Jäger flogen nämlich kurzzeitig mit Überschallgeschwindigkeit.
So so. Da war also ein Knall, und ein paar Leutchen sagten, sie hätten sich erschreckt. Nun, wenn Flugobjekte schneller als der Schall fliegen (je nach Lufttemperatur so ab 1100 bis 1250 km/h) drücken sie starke Stoßwellen kreisförmig um sich weg, es entsteht ein Wellenkegel, und trifft der auf Ohren, tut's an Tuscher. Das ist Physik, so what? Okay, bei uns hat man mit Zeug, das schneller fliegt als ein Pauschalbomber nach Bodrum, kaum Erfahrung – aber wieso wird das jetzt so groß aufgezogen? Wird's auch berichtet, wenn ein Lkw laut durchs Dorf rumpelt oder der Nachbar einen Reifenplatzer hat? Eher nicht. Aber beim Heer kann kein Besen umfallen, ohne dass jemand glaubt, daraus einen Knaller herbeischreiben zu können. WG
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)















