18.05.2013 20:00 Merkliste 0

Grias eich in Alpbach

 (Die Presse)

Fein, dass sich die Tiroler nicht ihren Gruß wegnehmen lassen.

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Fein, dass sich die Tiroler nicht ihren Gruß wegnehmen lassen. Obwohl bayrische Unternehmer „Grias di“ als Marke registrieren ließen und es nun für sich beanspruchen, klingen in Alpbach diese schönen Worte oft an unser Ohr. Das ist wichtig, immerhin hilft es beim Erkennen, ob man einem der 1300 Tagungsteilnehmer entgegenkommt oder einem der 2600 Einwohner. Ehrwürdige Teilnehmer wollen ja erkannt und adäquat gegrüßt werden. Bisher half das Outfit beim Einordnen der Technologiegesprächler: Anzug die Herren, Kostümchen die Damen (auf hohe Stöckelschuhe wird verzichtet, sonst werden steile Dorfstraßen zum Verhängnis).

Die Ersteinschätzung ist heuer erschwert: Bei Hitze wird das Sakko abgelegt, und bei den Damen ist das Dirndl, das sonst nur einheimisches Servicepersonal trug, total in. Daher freut uns der Kontakt mit den Alpbachern, sie sagen schon von Weitem „Grias di“. Man grüßt gern im Dialekt zurück.

Fehlt das „Grias di“, muss man flott nachdenken über die Grußformel gegenüber Tagungsteilnehmern: „Grüß Gott, Frau Minister“, „Grüßie, Herr Direktor“ oder ein einfaches „Hallo“? Im letzteren Fall folgt dann meist der zu sich selbst gemurmelte Satz: „Woher kenn ich den/die noch mal?“ VERS


E-Mails an: veronika.schmidt@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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1 Kommentare

Die Mehrzahl von...

... "Griaß di" heißt in echter Mundart "Griaß enk".
Und der selbst gemurmelte Satz: „Woher kenn ich den/die noch mal?“ klingt sehr nördlich, ich würde in diesem Fall sagen: „Woher kenn ich den/die denn?“

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