22.05.2013 12:40 Merkliste 0

Sprechblasen

 (Die Presse)

Inmitten der politischen Sprechblasen verstecken sich spannende Forderungen.

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Inmitten der politischen Sprechblasen verstecken sich spannende Forderungen. So will ÖVP-Obmann Spindelegger die Wehrpflicht reformieren, indem er jungen Leuten eine Ausbildung zum „Katastrophenschützer“ schmackhaft macht. Warum man aber etwas so Garstiges wie Katastrophen auch noch schützen soll, bleibt unklar. Vielleicht ist Katastrophenschützer aber auch nur ein anderer Ausdruck für ÖVP-Chef.

Nicht minder aufsehenerregend klang Spindeleggers im ORF-„Sommergespräch“ erhobene Forderung „kein Abschluss ohne Anschluss“. Zum Glück dachte Spindelegger mit seiner Äußerung diesmal nicht ans Heer, sondern an den Bildungsbereich. PR-taktisch unklug war es aber, sich beim „Sommergespräch“ mit einem Spritzerglas hinzusetzen. Witze à la „Der Politiker predigt Wasser, aber trinkt Wein“ sind dann aufgelegt.

Doch man sollte Spindeleggers Worte ebenso wenig auf die Goldwaage legen wie die von Norbert Darabos: Der SPÖ-Minister hat ja einst die Wehrpflicht noch für „in Stein gemeißelt“ erachtet. Aber wie sagte der frühere BZÖ-Vizekanzler Hubert Gorbach, der so seine Probleme mit Sprichwörtern hatte, einmal so schön? „Nichts ist in Stein gemetzelt.“ Und daran sollte man gerade, wenn es um Soldaten geht, denken. AICH


E-Mails an: philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2012)

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