Täglich Turnen

 (Die Presse)

Ein Albtraum für die Menschheit rückt näher: die tägliche Turnstunde.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Ein Albtraum für die Menschheit rückt näher: die tägliche Turnstunde. Die Sportsprecher der österreichischen Parlamentsparteien übergaben nun die diesbezüglichen Unterstützungsunterschriften aller 183 Nationalratsabgeordneter. Tausende österreichische Schüler werden also künftig nach der täglichen Turnstunde verschwitzt im Unterricht sitzen, das nicht minder übel riechende Turnsackerl gleich daneben. Allein dafür müsste man den Lehrern noch einen zusätzlichen Ferienmonat freigeben.

Und für viele Schüler würde damit auch ein persönlicher Albtraum wahr, wenn sie jeden Abend vor dem Einschlafen daran denken müssen, dass sie am nächsten Tag schon wieder vom Reck fallen oder gegen den Bock knallen werden. Und dann gibt es ja auch noch den blöden Barren, die Dinger mit den Ringen und den Sprung vom Zehnmeterbrett. Und auch der Hoch-, Weit-, und Stabhochsprung sind ja nicht jedermanns Sache. Man kann nur hoffen, dass die Turnlehrer so vernünftig sind und einfach Fußball spielen lassen.

Schlimmeres als die tägliche Turnstunde ist für viele Schüler nur schwer vorstellbar. Die tägliche Mathematikschularbeit vielleicht einmal ausgenommen. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
1 Kommentare
citoyenne
19.10.2012 14:28
0

Endlich

spricht es jemand aus, wie grauenhaft das Schulturnen für einen Teil der Kinder / Jugendlichen ist.
Kampfspiele, "Abschießen" (Völkerball), Demütigungen für die Langsameren, Unsportlicheren - da kann man jemandem die Freude an der Bewegung schon für ein ganzes Leben vergällen.
Solange es nicht möglich ist, in einem Wahlsystem zwischen Leichtathletik, Fußball, Volleyball, Schwimmen, Yoga, Tanzen, Gymnastik zu entscheiden, wird der stinkende Turnsaal für sensiblere Typen der abscheulichste Platz der Schulkarriere bleiben. Und dass unsere Schulen so ein Wahlsystem weder räumlich, noch personell oder finanziell leisten können, liegt auch auf der Hand.

Top-News

  • Wie Dealer den öffentlichen Raum eroberten
    Serie Die brutale Konkurrenz zwischen Straßenverkäufern führt oft zu Gewalt. Bis zu drei Viertel des Zuwachses ist auf Zuwanderer zurückzuführen. Ein neues Gesetz könnte Dealer in die (privaten) Stiegenhäuser treiben.
    Neonazis: Neue Definition gefordert
    Nach dem Anstieg von Straftaten legen die Grünen einen umfangreichen Bericht vor. Neben Bundesländeranalysen werden etwa Parallelen zum Islamismus gezogen.
    ÖFB-Team: Das Gedränge in der Abwehrreihe
    Martin Hinteregger hofft auf ein EM-Leiberl und den Platz in der Innenverteidigung. Nach der Euro entscheidet sich, ob der Kärntner in Salzburg bleiben wird.
    Do & Co: Außer Spesen nichts gewesen
    Attila Doğudan räumt ein, dass nach der Übernahme des ÖBB-Caterings Henry am Zug rechtlich einiges schieflief. An der Neuausschreibung ist er nicht interessiert.
    Digitale Uni: "Derzeit eine Katastrophe"
    Für eine bessere Vereinbarkeit sollen Unis alle Vorlesungen online stellen, fordert Lucia Grabetz von der ÖH. Bei Durchmischung sieht sie Handlungsbedarf. Genauso bei den Stipendien.
    Danke, Papa! - Nicht nur mit Krawatte und Aftershave
    Am 12. Juni ist Vatertag und damit Zeit, den Männern Danke zu sagen, die einen im Leben begleitet haben. Längst ist ein Vater nicht mehr auf die Rolle als „Versorger“ beschränkt.
AnmeldenAnmelden