Spiegelverkehrt

 (Die Presse)

Nun wissen wir also, was ein „Venezianischer Spiegel“ ist.

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Nun wissen wir also, was ein „Venezianischer Spiegel“ ist. In einem schicken Sushi-Lokal in Wien können Männer vom Pissoir aus den Damen auf der anderen Seite, die glauben, sie würden lediglich in den Spiegel blicken, beim Schminken zusehen. Eine Kunstaktion, verteidigt sich der Lokalbetreiber, in der Tat ein angesehener Sammler.

Keine Frage, dass das Schule machen wird. So fordert BZÖ-Obmann Josef Bucher bereits die Ausstattung aller McDonald's-Restaurants mit „Venezianischen Spiegeln“, wurde in einem solchen Lokal doch ein BZÖ-Mandatar von einem Stronach-Mann zum Überlaufen zu bewegen versucht. Auch auf SPÖ-Parteitagen wird es künftig in den Wahlkabinen „Venezianische Spiegel“ geben. Und während der gemeine Delegierte glaubt, er wirft einfach seinen Wahlzettel in die Urne, sitzt Werner Faymann in dieser und sieht ihm dabei zu. Auch „Schneewittchen“ muss umgeschrieben werden: Das war kein „sprechender Spiegel“, da stand einfach jemand auf der anderen Seite am Pissoir.

Im Jänner wird der „Venezianische Spiegel“ – der im Wiener Lokal – übrigens umgedreht. Also doch eine Kunstaktion. Dann hat auch die Uschi mehr vom Sushi. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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