Einer muss schuld sein

 (Die Presse)

Es muss wer schuld sein. Es muss immer wer schuld sein. Selbst bei Naturkatastrophen kann es selbstverständlich nicht sein, dass die Natur schuld ist.

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Es muss wer schuld sein. Es muss immer wer schuld sein. Selbst bei Naturkatastrophen kann es selbstverständlich nicht sein, dass die Natur schuld ist. Ein Gericht in Italien hat diesbezüglich nun ein wegweisendes Urteil gefällt: Sechs Jahre Haft für jene Seismologen, die das Erdbeben von L'Aquila nicht exakt vorausberechnet hatten.

Endlich, möchte man sagen. Für vergangenes Wochenende beispielsweise war schönes, warmes Spätsommerwetter prognostiziert. Und was war in Wien? Feucht, kalt und grau. Den Hochnebel hatten die Herren Meteorologen sträflich unterschätzt. Gut, dass man sie jetzt auf der Hohen Warte verkehrt aufhängen und auspeitschen kann. Und wehe, es schneit kommendes Wochenende nicht wie angekündigt! Und die Wirtschaftsforscher erst, auf die wartet sowieso die Hölle – sie bekommen die ESM-Haftungen persönlich aufgebrummt.

Oder stellen wir uns vor, Frank Stronach kommt entgegen der Prognosen der Meinungsforscher doch nicht ins Parlament. Dann ab auf die Baumwollplantagen in Oberwaltersdorf mit ihnen – damit sie einmal sehen, was richtige Arbeit ist.

Wobei auch Stronach schon geirrt hat. Laut Wikipedia hat Josef Bucher drei Kinder. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2012)

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2 Kommentare
Gast: barra
27.10.2012 05:56
0

genau, alle haften mit ihrem leben.

nur die politiker, banker, ratingagenturen und vollidioten haften für gar nichts.

Na also!

Freiheit für Grönland, nieder mit dem Packeis!

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