Dio mio

 (Die Presse)

Er hätte sich längst in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen können, ob nach Sardinien, Kenia oder wohin auch immer.

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Er hätte sich längst in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen können, ob nach Sardinien, Kenia oder wohin auch immer. Doch so ein Mensch ist Silvio Berlusconi nicht. Er wolle nun doch in der Politik verbleiben, um seinen Beitrag zu leisten, die italienische Justiz zu reformieren. Und das ist gerade angesichts jüngster Skandalurteile in der Tat mehr als dringend notwendig.

Berlusconi ist eben ein echtes Zoon politikon. Ein Mann, der der Gesellschaft stets mehr gegeben als von ihr genommen hat. Einer, der Italien vor dem Kommunismus bewahrt und das Land mit sicherer Hand durch schwierige Zeiten geführt hat. Sein Nachfolger, der Technokrat Mario Monti, braucht ja nichts anderes zu tun, als diesen von Berlusconi vorgezeichneten Weg einfach weiterzuadministrieren.

Wie meinte Sebastian Kurz unlängst? Politiker zu sein tue auf Dauer charakterlich wahrscheinlich nicht gut. Da kennt er Silvio Berlusconi wohl nicht. Aber er ist ja noch jung.

Diese Selbstlosigkeit, das Gemeinwohl über den persönlichen Vorteil zu stellen und auch noch in hohem Alter dem Staat mit all seiner Weisheit zu dienen, das findet man sonst nur noch bei Frank Stronach. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2012)

 
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