Dio mio

 (Die Presse)

Er hätte sich längst in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen können, ob nach Sardinien, Kenia oder wohin auch immer.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Er hätte sich längst in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen können, ob nach Sardinien, Kenia oder wohin auch immer. Doch so ein Mensch ist Silvio Berlusconi nicht. Er wolle nun doch in der Politik verbleiben, um seinen Beitrag zu leisten, die italienische Justiz zu reformieren. Und das ist gerade angesichts jüngster Skandalurteile in der Tat mehr als dringend notwendig.

Berlusconi ist eben ein echtes Zoon politikon. Ein Mann, der der Gesellschaft stets mehr gegeben als von ihr genommen hat. Einer, der Italien vor dem Kommunismus bewahrt und das Land mit sicherer Hand durch schwierige Zeiten geführt hat. Sein Nachfolger, der Technokrat Mario Monti, braucht ja nichts anderes zu tun, als diesen von Berlusconi vorgezeichneten Weg einfach weiterzuadministrieren.

Wie meinte Sebastian Kurz unlängst? Politiker zu sein tue auf Dauer charakterlich wahrscheinlich nicht gut. Da kennt er Silvio Berlusconi wohl nicht. Aber er ist ja noch jung.

Diese Selbstlosigkeit, das Gemeinwohl über den persönlichen Vorteil zu stellen und auch noch in hohem Alter dem Staat mit all seiner Weisheit zu dienen, das findet man sonst nur noch bei Frank Stronach. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Italien: "Schande für die Menschlichkeit"
    Erneut ist ein Flüchtlingsboot gesunken, für die etwa 700 vermissten Menschen gibt es kaum noch Hoffnung. Diesmal verspricht Europa, auf die schlimmste Flüchtlingskatastrophe zu reagieren.
    Der geplante Feldzug der IS-Extremisten
    Der Islamische Staat ist nach einem genauen Plan vorgegangen, um Kontrolle über Gebiete in Syrien und im Irak zu erlangen, legen neue Dokumente nahe. Ein Video im Internet soll die Ermordung von Christen in Libyen zeigen.
    Stop-Loss: Klage wegen Franken-Kredit
    Weil Stop-Loss-Absicherungen nicht wirkten, haben viele Franken-Kreditnehmer Verluste erlitten. Jetzt rollt die Prozesslawine an.
    Im Namen der Republik
    Urteilsveröffentlichung in der Sache Dr. Herbert Stepic gegen diepresse.com wegen eines Kredits bei der Hypo Alpe Adria.
    Parlamentswahl beschert Finnland einen Machtwechsel
    Amtierender Regierungschef, Alexander Stubb, gratulierte dem Vorsitzenden der oppositionellen Zentrumspartei Juha Sipilä zum Wahlsieg.
    Schicksalswoche für Griechenland
    Ende dieser Woche läuft die Frist für eine Einigung zwischen Athen und seinen Gläubigern ab - der griechischen Regierung dürfte bald das Geld ausgehen. Von erhofften Milliarden aus Moskau will der Kreml jedoch nichts wissen.
AnmeldenAnmelden