Rotpadchen

 (Die Presse)

Lange haben wir uns gefragt: Wofür sind diese iPads gut? Was können sie? Wozu brauchen wir sie? Und wo ist eigentlich die Tastatur?

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Lange haben wir uns gefragt: Wofür sind diese iPads gut? Was können sie? Wozu brauchen wir sie? Und wo ist eigentlich die Tastatur? Die Fragen eins, zwei und drei sind nun beantwortet. Tablets, so eine aktuelle Studie, animieren Väter zum Vorlesen. Jeder fünfte Vater, der selten oder nie aus Büchern vorlese, sei für das Vorlesen mit Apps offen, so das Ergebnis der Untersuchung der „Stiftung Lesen“.

Nicht dazu gesagt wird freilich, dass die meisten Väter auf ihrem iPad einfach „YouTube“ anklicken, dort „Rotkäppchen“, „Schneewittchen“ oder „Hänsel und Gretel“ eingeben und dann die entsprechenden Zeichentrickfilmchen ablaufen lassen. Die Mütter erfahren davon in den seltensten Fällen, da dies für Väter wie Kinder eine Win-win-Situation darstellt und beiderseitiges Stillschweigen vorausgesetzt werden kann.

40 Prozent der Väter, so die Studie, würden die elektronische Vorlesevariante bevorzugen, nur 23 Prozent greifen zum klassischen Buch. Kein Wunder, kann man beim Vorlesen am Smartphone doch nebenbei die Live-Ticker der Bundesliga-Spiele mitlaufen lassen oder mit der Geliebten telefonieren. Die dann beim Papa „Tante“ und bei der Mama „böse Hexe“ heißt. Wenn sie davon erfährt. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

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