Los-Entscheid

 (Die Presse)

Bisher sind wir ja immer davon ausgegangen, dass es nur einen Papst gibt.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Bisher sind wir ja immer davon ausgegangen, dass es nur einen Papst gibt. Doch nun stellt sich heraus: Die Kopten haben auch einen. Hätte Martin Luther das seinerzeit gewusst, dass es eh auch noch einen zweiten gibt, er hätte sich viel an Aufregung erspart.

Sehr interessant ist der koptische Wahlmodus. Fifa und Uefa haben diesen schon vor geraumer Zeit kopt-, äh, kopiert. In einer Schale liegen drei Kugeln mit den Namen der jeweiligen Kandidaten, und ein junger Messdiener (oder im Fußballfall der Neffe von David Beckham oder Sepp Blatter) zieht dann eine mit verbundenen Augen heraus. Dieser Gezogene ist dann Papst. Und man beginnt zu erahnen, wieso Los ein Synonym für Schicksal ist.

Jedenfalls ist das eine absolut ausbaufähige Idee. So hätte Mitt Romney doch noch eine Chance, US-Präsident zu werden. Und auch für die nächste Nationalratswahl in Österreich böte dies völlig neue Möglichkeiten: So könnte etwa Josef Bucher Kanzler werden, ohne über einen einzigen Abgeordneten im Nationalrat zu verfügen. Oder man kauft sich gleich die ganze Lotterie – und schreibt auf alle drei Zettel in den Kugeln „Frank Stronach“ drauf. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Top-News

  • Brexit: Wollen wir zurück ins Schneckenhaus?
    Der Brexit ist ein Alarmruf. Wer jahrelang Skepsis schürt, sich bestenfalls ein “Ja, aber„ zu Europa abquält, darf sich nicht über die aufgehende Drachensaat wundern. Die Union braucht Fackelträger, die mit Herz und Hirn für dieses grandiose Projekt eintreten. Von Wolfgang Schüssel.
    Katerstimmung am Tag nach dem Brexit
    Erstmals fühlt sich der Ausländer in London als Fremder. Die EU-Gegner brechen jetzt schon ihre Versprechen. Schottland will direkt mit Brüssel sprechen.
    Brexit: Die Revolution der Alten
    Seit jeher sorgte der Generationenvertrag für Prosperität und sozialen Frieden. Er wurde gebrochen. Der Brexit zeigt, wie aus einem demografischen ein demokratisches Problem wird.
    Das Kern-Jahrzehnt: "Größer als der Posten des Bundeskanzlers"
    Im Stil eines Entertainers bespielt Christian Kern die Bühne auf dem SPÖ-Parteitag. Die Schatten der jüngeren Geschichte sind noch da, Werner Faymann ist unsichtbarer Gast. Der Neue will die SPÖ in die digitale Gegenwart holen. Und die Genossen mitnehmen, indem er die Vergangenheit der Partei beschwört.
    "So werden Elektroautos endlich wirtschaftlich"
    Drei Brüder aus Oberösterreich verhelfen der Elektromobilität quasi im Vorbeigehen zum Durchbruch. Ihre Batteriesysteme für Elektroautos sind leistungsstärker, leichter und langlebiger als alles, was bisher auf dem Markt war. "Die Presse am Sonntag" hat sich bei den Machern des "besseren Tesla" umgesehen.
    Österreich ist nur noch zweitbester Schuldner
    Auch die dritte große Ratingagentur Moody's entzieht Österreich das Triple-A-Rating. Die Nullzinsen in Europa federn den Schock ab.
AnmeldenAnmelden