Los-Entscheid

 (Die Presse)

Bisher sind wir ja immer davon ausgegangen, dass es nur einen Papst gibt.

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Bisher sind wir ja immer davon ausgegangen, dass es nur einen Papst gibt. Doch nun stellt sich heraus: Die Kopten haben auch einen. Hätte Martin Luther das seinerzeit gewusst, dass es eh auch noch einen zweiten gibt, er hätte sich viel an Aufregung erspart.

Sehr interessant ist der koptische Wahlmodus. Fifa und Uefa haben diesen schon vor geraumer Zeit kopt-, äh, kopiert. In einer Schale liegen drei Kugeln mit den Namen der jeweiligen Kandidaten, und ein junger Messdiener (oder im Fußballfall der Neffe von David Beckham oder Sepp Blatter) zieht dann eine mit verbundenen Augen heraus. Dieser Gezogene ist dann Papst. Und man beginnt zu erahnen, wieso Los ein Synonym für Schicksal ist.

Jedenfalls ist das eine absolut ausbaufähige Idee. So hätte Mitt Romney doch noch eine Chance, US-Präsident zu werden. Und auch für die nächste Nationalratswahl in Österreich böte dies völlig neue Möglichkeiten: So könnte etwa Josef Bucher Kanzler werden, ohne über einen einzigen Abgeordneten im Nationalrat zu verfügen. Oder man kauft sich gleich die ganze Lotterie – und schreibt auf alle drei Zettel in den Kugeln „Frank Stronach“ drauf. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.11.2012)

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