Totale Abfuhr

Ausgerechnet jetzt, im hohen Alter, habe ich es mir auch noch mit den Bundesbahnen verscherzt.

Ausgerechnet jetzt, im hohen Alter, habe ich es mir auch noch mit den Bundesbahnen verscherzt. Nicht die Umstände des Personentransportes und eine etwaige Kritik daran waren es. Nein, es handelte sich um eine ganz normale Rechnung, die ich per Post beim Finanzvorstand unserer ÖBB einreichte – ja, und damit begann das Schlamassel: Ob ich „irgendwo ang'rennt“ sei, fragte der ÖBB-Manager zunächst noch teilnahmsvoll. Wenig später aber brüllte der sonst so seriöse Finanzvorstand in den Hörer, ich möge mich „brausen“, mich sogar „schleichen“, weil er für „Volltrotteln“ keine Zeit und keine Nerven habe. Er meinte mich.

Was war passiert? Gut, also: Meine Geburtstagsfête war etwas heftig. 17.000 Euro sind wahrlich kein Bemmerl. Also suchte ich Sponsoren. Zunächst versuchte ich es beim Echo-Medienhaus, vergebens. Dann halt bei den ÖBB. Was sind schon 17.000 Euronen für so einen riesigen Betrieb? Eben!

Aber leider! Man schlug mein Ersuchen schnöde, nahezu höhnisch ab. Zuletzt hatte der impertinente ÖBB-Mensch noch gebellt: „San Sie leicht der Häupl oder der Schüssel, oder was oder wie?“ Darauf wenigstens konnte ich stolz antworten: „Gottlob – nein! Nur Barzahler.“ HWS


E-Mails an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2012)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.