Foreign Affairs

 (Die Presse)

Es gibt sicher Erstrebenswerteres, als US-Präsident zu sein.

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Es gibt sicher Erstrebenswerteres, als US-Präsident zu sein. Nicht nur, weil man weniger verdient als Heinz Fischer. Da hat man einen monatelangen Wahlkampf hinter sich, dann den Wahlabend an sich, inklusive einer Rede gegen zwei Uhr morgens Ortszeit. Und anstatt sich am nächsten Tag einmal so richtig ausschlafen zu können, sich von der besten aller Ehefrauen das Frühstück ans Bett servieren zu lassen, klingelt das FBI, um einem mitzuteilen, dass einer der engsten Mitstreiter, der CIA-Chef, den man sogar zum Minister zu machen gedachte, eine außereheliche Affäre hatte. Und das geht in den USA selbstverständlich gar nicht.

Während sich unsereiner wochenlang überlegen würde, wie denn das Problem am elegantesten zu lösen wäre, muss ein Commander in Chief natürlich im Handumdrehen – und trotz Partykaters – handeln. Schließlich wartet bereits der nächste Termin. Wahrscheinlich ist die Amtszeit von US-Präsidenten daher auf maximal acht Jahre beschränkt. Weil man danach einfach ausgelaugt ist. Von den Bushes etwa hat man in der Tat nicht mehr viel gehört. Nur Bill Clinton ist noch fit wie ein Turnschuh. Aber der hatte bei außerehelichen Problemstellungen in seiner Amtszeit ja auch große Routine. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2012)

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