Lob der Torheit

 (Die Presse)

Kennen Sie Erasmus? Natürlich kennen Sie Erasmus.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Kennen Sie Erasmus? Natürlich kennen Sie Erasmus. Gut, vielleicht ist der Name des Philosophen Erasmus von Rotterdam heute nicht mehr so geläufig, aber das EU-Stipendienprogramm zur Förderung des internationalen Austausches von Studenten ist doch ziemlich bekannt.

Ein guter Grund, künftig auch die Mobilität von Lehrlingen, Forschern und überhaupt alles, was dem kulturellen Austausch der Europäer dient, unter der Marke „Erasmus für alle“ zu bewerben, befand die Europäische Kommission, als sie die entsprechende EU-Verordnung auf den Pfad der Gesetzgebung schickte. Sie hatte ihre Rechnung allerdings ohne Doris Pack gemacht. Doris Pack ist seit gefühlten 7000 Jahren Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europaparlament. Als solche befand sie: Der Name muss weg. Ein neuer muss her. „,Erasmus für alle‘ war immer eine Lüge. Es war ja nie für alle da“, begründete sie ihren Abänderungsantrag, der vergangene Woche im Ausschuss angenommen wurde. Ihr siegreicher Vorschlag lautete: YES Europe. „Ich denke, er ist großartig“, befand die CDU-Frau zufrieden.

Das sehen wir auch so. Ach, übrigens: Die bekannteste Schrift des Erasmus von Rotterdam heißt „Lob der Torheit“. GO


E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Die Post-Wende-Generation
    Welche Klammer hält die Generation unter dreißig zusammen? Wie wurde sie politisiert? Eine Nachforschung unter Jungpolitikern, aus denen noch was werden könnte.
    Generation Y: Was die Jugendlichen ausmacht
    Noch nie war die Jugend so gut ausgebildet wie heute. Dafür stehen junge Menschen unter Druck wie kaum eine Generation vor ihnen.
    Ukraine: Wahlkampf am Rand des Krieges
    Die krisengeschüttelte Ukraine wählt heute ein neues Parlament. Dem früheren Donezker Gouverneur Serhij Taruta dürfte ein Mandat sicher sein.
    Die ''Österreicher des Jahres''
    Zum elften Mal wählten die Leser der "Presse" die "Österreicher des Jahres". Hier sehen Sie die Bilder der Gala in den Sofiensälen.
    Superhit "Lambada": Alles nur geklaut
    Vor 25 Jahren erreichte „Lambada“ Platz eins der österreichischen Hitliste. Das Lied war eines der dreistesten Plagiate der Musikgeschichte. Zu Besuch beim Urheber in Bolivien.
    Wiener Misstöne: Schiefe Geschäfte mit der Klassik
    Ein Verein namens Mahler Philharmoniker lockte weltweit Berufsmusiker zur Fortbildung nach Österreich. Den hohen Gebühren stand wenig Leistung gegenüber. Die Organisatoren sind untergetaucht.
AnmeldenAnmelden