Endlich Nachwuchs

 (Die Presse)

Die Menschen im Dorf waren außer sich vor Begeisterung.

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Die Menschen im Dorf waren außer sich vor Begeisterung. Schließlich waren die Winzers die größten Bauern im Ort. Von der Altbäuerin konnte man das nicht behaupten – dass sie außer sich vor Begeisterung gewesen wäre. Das hätte auch nicht ihrem Naturell entsprochen. Aber sie freute sich doch im Stillen.

Katharina, die Frau ihres Enkelsohns, war endlich ihrer Pflicht nachgekommen und schwanger geworden. Dass sie nun wegen dem bisschen Morgenübelkeit gleich ins Krankenhaus musste, verstand sie zwar nicht, denn früher hatte man einfach auf dem Feld weitergearbeitet. Aber bitte – so waren die jungen Leute heute eben. Und im Gegensatz zu ihrer früheren Schwiegertochter, die eine echte Zicke war und am Hof überhaupt nichts taugte, konnte sie Katharina eh gut leiden.

Somit hatte die Altbäuerin, die noch immer den Hof führte, drei Erben: Karl, ihren Sohn, Willi, ihren Enkel – und nun dessen Kind. „Willst du jetzt nicht endlich einmal den Hof übergeben?“, fragte ihr Mann, der – in diesen Breiten eher unüblich – den Hof nicht selbst bewirtschaftete, sondern sich eher mit der Rolle eines Prinzgemahls begnügte. „Ich? Übergeben?“, fragte die Altbäuerin baff zurück. „Niemals!“ OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.12.2012)

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