Endlich Nachwuchs

 (Die Presse)

Die Menschen im Dorf waren außer sich vor Begeisterung.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Die Menschen im Dorf waren außer sich vor Begeisterung. Schließlich waren die Winzers die größten Bauern im Ort. Von der Altbäuerin konnte man das nicht behaupten – dass sie außer sich vor Begeisterung gewesen wäre. Das hätte auch nicht ihrem Naturell entsprochen. Aber sie freute sich doch im Stillen.

Katharina, die Frau ihres Enkelsohns, war endlich ihrer Pflicht nachgekommen und schwanger geworden. Dass sie nun wegen dem bisschen Morgenübelkeit gleich ins Krankenhaus musste, verstand sie zwar nicht, denn früher hatte man einfach auf dem Feld weitergearbeitet. Aber bitte – so waren die jungen Leute heute eben. Und im Gegensatz zu ihrer früheren Schwiegertochter, die eine echte Zicke war und am Hof überhaupt nichts taugte, konnte sie Katharina eh gut leiden.

Somit hatte die Altbäuerin, die noch immer den Hof führte, drei Erben: Karl, ihren Sohn, Willi, ihren Enkel – und nun dessen Kind. „Willst du jetzt nicht endlich einmal den Hof übergeben?“, fragte ihr Mann, der – in diesen Breiten eher unüblich – den Hof nicht selbst bewirtschaftete, sondern sich eher mit der Rolle eines Prinzgemahls begnügte. „Ich? Übergeben?“, fragte die Altbäuerin baff zurück. „Niemals!“ OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.12.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
1 Kommentare
BM.H.
05.12.2012 07:25
0

Und

das ist gut so!

Top-News

  • Wenn Kapitalmangel stresst
    Der Banken-Stresstest zeigt, dass die Branche noch einen langen Sanierungsweg vor sich hat. Beunruhigend, dass ausgerechnet die Großen so schwach dastehen. Eine Analyse.
    "Österreich ist den Kurden im Iran etwas schuldig"
    Der iranische Kurdenführer Mustafa Hijri warnt das Regime in Teheran vor weiteren Angriffen auf seine Kämpfer. Von Österreichs Behörden verlangt der Generalsekretär der PDKI, den Fall des in Wien ermordeten Kurdenführers Ghassemlou wieder aufzurollen und die Hintermänner im Iran zur Verantwortung zu ziehen.
    Gesiba-Gagen verstoßen gegen das Gesetz
    Die Gehälter der Gesiba-Vorstände sind mindestens doppelt so hoch wie gesetzlich vorgesehen. Der gemeinnützige Bauträger ist im Besitz der Stadt Wien.
    Pingpongspiel mit Menschen? "Ja, das kann passieren"
    Die Parteimanager von SPÖ und ÖVP, Georg Niedermühlbichler und Peter McDonald, geben zu: Das Verhalten der Großen Koalition war früher “nicht nobelpreisverdächtig„. Das wollen sie nun ändern. Bei Kürzungen der Mindestsicherung sind sie sich nicht einig.
    Die konspirative Welt des Fethullah Gülen
    Seit dem Putschversuch geht die türkische Regierung rigoros gegen Anhänger des Predigers Gülen vor. Seine islamisch geprägte Bewegung ist jedoch schwer zu erfassen. Die Säkularen warnen schon seit Jahren vor der Macht des Geistlichen.
    Eine Party für den guten Papst
    Gottes-Rapper, Christen- Rock und Abertausende tanzende Jugendliche: Polens konservative Kirchenmänner verunsichern die ausgelassenen Feiern beimWeltjugendtag.
AnmeldenAnmelden