ÖBB-Teufelei

Hans Werner-Scheidl (Die Presse)

Dies ist die Story von einer entlegenen Gegend am westlichen Rande der Millionenstadt. Sie wird „schwarz“ dominiert, ist also für die rot-grünen Rathauszwerge nicht von Belang.

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Dies ist die Story von einer entlegenen Gegend am westlichen Rande der Millionenstadt. Sie wird „schwarz“ dominiert, ist also für die rot-grünen Rathauszwerge nicht von Belang. Einmal pro Stunde brachte die S-Bahn die dort ansässigen Ureinwohner von Speising in die City, nach Wien-Mitte. Ins Herz der Stadt. Das war bescheiden, aber was soll's. Seit dem Winterfahrplan der ÖBB vor drei Tagen ist nun alles ganz anders. Man bietet jenen Unbelehrbaren, die partout aufs Auto verzichten wollen, eine aparte Zugsverbindung: umsteigen auf dem zugigen, eiskalten, vogelhausartigen Meidlinger Ersatz-Hauptbahnhof. Unbemerkt von der jubelnden Bevölkerung ward diese raffinierte Teufelei ersonnen.

Ja, liebe Menschen, es geht aber auch anders: einfach von Speising in die andere Richtung, sagt die Internet-Zugauskunft! Dann in Hütteldorf umsteigen in den ÖBB-Regionalzug 2039, und schon sind Sie demnächst in Wien-Mitte! Dass von Hütteldorf auch eine U 4 ins Zentrum führt, bitte, woher sollen das unsere ÖBB wissen?

Solcherart angelockt, lassen die Hietzinger und Speisinger ganz sicher ihre Autos stehen und fahren mit Wonne öffentlich. Lacht da jemand? hws


E-Mails an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.12.2012)

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