Buffalo Bill & Fiscal Cliff

 (Die Presse)

Eines muss man den Amerikanern schon lassen: Sie haben ein untrügliches Gespür für Dramatik. Das mitternächtliche Gerangel um den Sturz in den Schuldenabgrund hätte selbst ein Alfred Hitchcock nicht spannender hingekriegt.

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Eines muss man den Amerikanern schon lassen: Sie haben ein untrügliches Gespür für Dramatik. Das mitternächtliche Gerangel um den Sturz in den Schuldenabgrund hätte selbst ein Alfred Hitchcock nicht spannender hingekriegt. Und dann noch der Name des Bösewichts, um den sich in der Silvesternacht alles gedreht hat! Fiskalklippe mag zwar auf Deutsch etwas fad daherkommen, doch das englische Original gemahnt an Abenteuer im Wilden Westen, an Verfolgungsjagden durch enge Canyons, an knorrige Cowboys mit gefährlich klingenden Spitznamen: Buffalo Bill, Billy the Kid, Jesse James und Fiscal Cliff – so spannend kann Politik sein.

Doch verlassen wir nun die Prärie und kehren zurück in die heimischen Gefilde, die zwar nicht so weitläufig, aber auch aufregend sind. Denken Sie etwa an das Finanzmalheur in Salzburg. Oder an die Wiener Fremdwährungskredite. Oder an die Rätselrallye rund um Wohnbaugelder in Niederösterreich. Was hierzulande allerdings fehlt, sind Spannungsbogen und bessere Namen. Was Letzteres anbelangt, könnte der Verfasser dieser Zeilen unter Umständen Abhilfe schaffen: „Der Schatz im Wolfgangsee“, „Für eine Handvoll Franken“, „Spiel mir das Lied vom Swap“. Klingt doch gleich viel besser, oder? LA

E-Mails an: michael.laczynski@diepresse.com

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