Obelix, der Russe (II)

Das Bild wird unvergessen bleiben: Wind, Schnee und Minusgrade auf dem Flughafen von Saransk.

Das Bild wird unvergessen bleiben: Wind, Schnee und Minusgrade auf dem Flughafen von Saransk, die Einheimischen in dicken Anoraks mit Fellkragen und Mützen, bibbernd vor Vorfreude, aber auch zitternd vor Kälte (obwohl sie als Russen eigentlich daran gewöhnt sind). Und mittendrin: Gérard Depardieu, das schwarze Hemd bis zum unteren Brustbein geöffnet.

Der offene Hemdkragen ist bekanntlich die Krawatte von heute. Genauer gesagt: der mindestens zwei Knöpfe geöffnete Hemdkragen. Als Trendsetter gilt – natürlich ein Franzose – der Philosoph Bernard-Henri Lévy, hierzulande war es der Herausgeber eines Nachrichtenmagazins.

Die steuerlichen Beweggründe dürften also nur vorgeschoben sein. Wahrscheinlicher ist: Gérard Depardieu ist es in Frankreich einfach zu heiß geworden. Und bevor ihm François Hollande das letzte Hemd auszieht, tut er es lieber selbst.

Allerdings hatten anscheinend auch seine neuen russischen Landsleute Sorge, Gospodin Depardiejew könnte sich verkühlen. Und so wurde er flugs in einen weißen Sack mit rotem Karomuster gesteckt. Wobei man ihm versicherte, es handle sich dabei um eine traditionelle russische Tracht. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2013)

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