Bier mit Karel

 (Die Presse)

Schon im vergangenen Parlamentswahlkampf war Fürst Schwarzenberg mit dem Slogan „Auf ein Bier mit Karel“ durch die tschechischen Gaststätten getourt.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Schon im vergangenen Parlamentswahlkampf war Fürst Schwarzenberg mit dem Slogan „Auf ein Bier mit Karel“ durch die tschechischen Gaststätten getourt. Diesmal war es nicht anders. Schwarzenberg war also quasi auf ein Dienstbier. Dass ein Kandidat solchen Namens nun ebenfalls bei den Präsidentschaftswahlen kandidiert hat, verwundert angesichts der Tatsache, dass Tschechien mit rund 160 Litern pro Hals beim Bierkonsum unangefochten an der Spitze liegt – und zwar weltweit –, natürlich gar nicht.

„Ein Alkoholiker ist nicht der, der regelmäßig trinkt, sondern der, der nicht richtig trinken kann.“ Dieses Zitat stammt weder von Woody Allen noch von Dorothy Parker – und auch nicht von Helmut Berger. Sondern von Miloš Zeman, dem Gegenkandidaten von Schwarzenberg in der Stichwahl, dem eine ausgeprägte Vorliebe für Schnaps und anderes Hochprozentiges nachgesagt wird.

Wir fassen also zusammen: Wer in Tschechien Präsident werden will, muss trinkfest sein. Nur so zu heißen, reicht nicht. Und bevor wir darüber die Nase rümpfen: Wer liegt beim Pro-Kopf-Bier-Konsum mit 109 Litern auf Platz zwei? Richtig. Österreich. Aber der Karel ist ja auch ein halber Unsriger. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

ein halber Unsriger?

seien wir doch froh, das adelige Geschmeiß auf dem Sondermüllhaufen der Geschichte zu wissen;)

Top-News

  • Wien bangt um seine „Internationals“
    Vereinte Nationen. Der Streit über das Abdullah-Zentrum überschattet das Wiener UNO-Jubiläum. Statt den Amtssitz zu bewerben, fürchtet Österreich nun, im Standortwettbewerb ins Hintertreffen zu gelangen.
    Japan: Geiseltragödie als Argument für Aufrüstung
    Die Ermordung des Kriegsreporters Kenji Goto durch die IS-Terroristen belebt eine hitzige verteidigungspolitische Debatte.
    Griechenland will "Schulden-Entzug"
    Die EU erwägt, die Griechenland-Troika gleich abzuschaffen. In Athen wird sie ohnehin nicht mehr empfangen. Am Sonntag war man aber um versöhnliche Töne bemüht.
    Der Finanzminister im Mehrfrontenkampf
    Hans Jörg Schelling hat nicht nur den Poker um die Steuerreform am Hals. Verlängerter Budgetpfad und Sparpläne zur Gegenfinanzierung fordern ihn ebenso wie hunderte Millionen an Extrawünschen der Regierungskollegen.
    Asyl: Wiens Flüchtlinge kommen aufs Land
    Die alte WU steht wieder leer, die letzten Flüchtlinge, die in Erdberg untergebracht waren, werden dieser Tage in die Länder gebracht. Dort fanden sich nun doch hunderte neue Quartiere.
    "Charlie Hebdo" setzt Erscheinen vorerst aus
    Das Satiremagazin macht als Folge des verheerenden Anschlags im Jänner erst einmal Pause. Aber in einigen Wochen soll es weitergehen.
AnmeldenAnmelden