Wienter

 (Die Presse)

Es ist fantastisch, herrlich, einfach großartig. Wenn Sie diese Zeilen lesen und die Prophezeiungen der Meteorologen halbwegs eingetroffen sind, dann werden Sie das auch so sehen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Es ist fantastisch, herrlich, einfach großartig. Wenn Sie diese Zeilen lesen und die Prophezeiungen der Meteorologen halbwegs eingetroffen sind, dann werden Sie das auch so sehen. Winter in Wien. Ein einmaliges Ereignis. Kein Wunder, schließlich ist „Wien“ im Wort „Winter“ auch – mehr oder weniger – enthalten.

Man sieht Menschen, die man sonst nie sieht. Die U-Bahnen sind voll gestopft mit Passagieren, die Straßen mit Autos. Wo, fragt man sich, verstecken sich diese Mitmenschen an sonnigeren Tagen? Schließen sie sich zuhause ein? Gehen sie alle zu Fuß? Oder gibt es sie sonst vielleicht gar nicht? Den Begriff Millionenmetropole versteht man in einer solchen erst, wenn es schneit (oder zumindest ein wenig regnet).

Doch sollte man sich vom idyllischen Schneefall nicht allzu sehr blenden lassen – denn dahinter steckt eine perfide Strategie. In Wahrheit war dieser schon länger vom Pro-Wehrpflicht-Komitee bestellt – damit die Grundwehrdiener dann just wenige Tagen vor der Volksbefragung ausrücken müssen, um die Eingeschneiten zu befreien und so ihre Existenz zu rechtfertigen. Wer solche (natürlichen) Feinde hat wie Norbert Darabos, der hat es wahrlich nicht leicht. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Hypo: Die lang geplante Fastpleite
    Der Bund verhandelt nun mit den Anleihegläubigern über einen Schuldenschnitt bei der Hypo-Bad-Bank. Ein Gläubiger hält zehn bis 35 Prozent für „nicht komplett unrealistisch“.
    Gut für Steuerzahler, schlecht für Kapitalmarkt
    Der Finanzminister hat entschieden, kein Geld mehr in die Hypo-Bad-Bank zu stecken. Für die Steuerzahler ist das eine gute Nachricht. Anders sieht die Situation für die Gläubiger und den Ruf von Österreichs Kapitalmarkt aus.
    Fall Alijew: "Einen Freitod schließen wir aus"
    Nach dem in U-Haft begangenen Suizid des Ex-Botschafters Rachat Alijew weisen die Anwälte die offizielle Version vom Tod des 52-Jährigen zurück, vermeiden aber das Wort „Mord“.
    IS im Bildersturm: Kulturvandalen im Islam und anderswo
    Die Zerstörung von Statuen verbindet die IS-Vandalen nicht nur mit Bilderstürmern aller Religionen, sondern auch mit politischen Revolutionen.
    Marihuana: Amerika hört das Gras wachsen
    Die Cannabislegalisierung in der US-Hauptstadt Washington D.C. markiert trotz unklarer Rechtslage den rasanten Meinungswandel der amerikanischen Gesellschaft gegenüber der Selbstberauschung.
    Ein Präsident Leitl – so oder so
    Die Folgen der Wirtschaftskammerwahl: Christoph Leitl kommt seinem Ziel, der Hofburg, ein Stückchen näher. Die Grünen haben eine neue Klientel. Die Neos ein Problem.
AnmeldenAnmelden