Wienter

 (Die Presse)

Es ist fantastisch, herrlich, einfach großartig. Wenn Sie diese Zeilen lesen und die Prophezeiungen der Meteorologen halbwegs eingetroffen sind, dann werden Sie das auch so sehen.

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Es ist fantastisch, herrlich, einfach großartig. Wenn Sie diese Zeilen lesen und die Prophezeiungen der Meteorologen halbwegs eingetroffen sind, dann werden Sie das auch so sehen. Winter in Wien. Ein einmaliges Ereignis. Kein Wunder, schließlich ist „Wien“ im Wort „Winter“ auch – mehr oder weniger – enthalten.

Man sieht Menschen, die man sonst nie sieht. Die U-Bahnen sind voll gestopft mit Passagieren, die Straßen mit Autos. Wo, fragt man sich, verstecken sich diese Mitmenschen an sonnigeren Tagen? Schließen sie sich zuhause ein? Gehen sie alle zu Fuß? Oder gibt es sie sonst vielleicht gar nicht? Den Begriff Millionenmetropole versteht man in einer solchen erst, wenn es schneit (oder zumindest ein wenig regnet).

Doch sollte man sich vom idyllischen Schneefall nicht allzu sehr blenden lassen – denn dahinter steckt eine perfide Strategie. In Wahrheit war dieser schon länger vom Pro-Wehrpflicht-Komitee bestellt – damit die Grundwehrdiener dann just wenige Tagen vor der Volksbefragung ausrücken müssen, um die Eingeschneiten zu befreien und so ihre Existenz zu rechtfertigen. Wer solche (natürlichen) Feinde hat wie Norbert Darabos, der hat es wahrlich nicht leicht. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)

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