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Machen's Ihren Doktor lieber mit einer schönen Juristenhochzeit“, sagte an der Uni Innsbruck einst ein Professor zu Prüfungskandidatinnen, wenn er sie mit einem „Fünfer“ heimschickte.

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Machen's Ihren Doktor lieber mit einer schönen Juristenhochzeit“, sagte an der Uni Innsbruck einst ein Professor zu Prüfungskandidatinnen, wenn er sie mit einem „Fünfer“ heimschickte. Ja, Sexist!, aber darum geht's hier nicht, sondern um den Reiz von Titeln, die bekanntlich großen Wert in Österreich haben. Also darf man auf Homepages heimischer Ämter und Firmen für Fragen und zum Registrieren häufig Titel angeben: Ein Auswahlmenü schlägt oft Mag. und Dr. vor, mithin Dipl.-Ing., das reicht meist. Nun, jüngst hatte ich eine Frage an jene Supermarktkette, die heißt wie der sonnennächste Planet. Auch ihr Online-Kontaktformular hat ein Titelmenü, doch klickt man's an, reicht der Bildschirm nicht: Es listet 115 (!) Titel auf. Darunter ist nicht nur der Dr., sondern auch DDr. und DDDr.! Man findet Dkfm., Prok. und Mag. iur. genauso wie Ing. Mag., OStR und den gemeinen Prof.! Klar ist da der Hofrat, aber auch seine höheren Formen Hofrat DI und Hofrat Dr. Besonders verschwurbelt: der Ing. Mag. Dr. Und Titel wie MVDr., BEdoder DUDr. kenn ich gar nicht, die gibt's wohl nur in Wien.

Tja, es gibt bei uns eben einen besonderen Markt für Titel, und der Markt hat bekanntlich immer recht. Schließlich macht ein Titel aus so manchem Affen erst einen Menschen. WG


E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2013)

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5 Kommentare

Als Böhmen noch bei Öst'reich war...

Um Herrn GREBER Wolfgang, Mag. MAS, die Recherche zu ersparen:

MVDr. – Doktor der Veterinärmedizin (cs: doktor veterinární medicíny, sk: doktor veterinárneho lekárstva, la: medicinae veterinarinae doctor)

BEd - Bachelor of Education

DUDr. hat M. nicht, nur

JUDR. (JUDr.) – Doktor der Rechte (cs, sk: doktor práv, la: juris utriusque doctor)

und

MUDr. – Doktor der Medizin (cs: doktor medicíny, sk: doktor všeobecného lekárstva, la: medicinae doctor), in der Humanmedizin, vormals auch in der Zahnmedizin

Absolventen medizinischer Masterstudienrichtungen werden ohne zusätzliche Promotionsleistung die sogenannten Berufsdoktorgrade zuerkannt.

Nach einem erfolgreichen Abschluss einiger Magisterstudiengänge in Geistes-, Sozial-, Rechts- und Naturwissenschaften besteht die Möglichkeit in einem Rigorosum den sogenannten kleinen Doktorgrad zu erlangen.

Die kleinen Doktorgrade wurden ursprünglich 1966-1990 nach erfolgreichem Bestehen einer mündlichen sogenannten rigorosen Prüfung in einem bis zwei Fächern verliehen. 1980 – 1990) wurde denjenigen Absolventen, die ihr Studium mit Auszeichnung beendet haben, dieser kleine Doktorgrad sogar unmittelbar zusammen mit ihrem Hochschuldiplom ohne die sonst obligatorische rigorose Prüfung zuerkannt. 1990 wurde die Vergabe dieser Grade noch in der damaligen CSFR eingestellt.

1996 (SK) und 1998 CS wurden die kleinen Doktorgrade wieder eingeführt. Sie werden nicht der 3. Stufe der Bologna-Klassifikation (Doktor-Ebene) zugerechnet.

Titelexzesse

Das ist noch gar nichts gegen das Aboservice der Presse: Da sind gleich 316 (!!) Titel zur Auswahl, gemeinsam mit 10 verschiedenen Anreden.

man muss ja auch nicht jeden ost-blödsinn verstehen.

das tut ihr ja selber nicht. aber zumindest versteht man im westen schon rein sprachlich alle im Osten, die dort umgekehrt hingegen nicht. logischer Schluss:
klares 1:0 für jene Himmelsrichtung, die weltweit immer schon als die beliebtere galt (fragens die migranten und Flüchtlinge und Künstler). bussi!

Re: man muss ja auch nicht jeden ost-blödsinn verstehen.

Nach 28 Jahren beruflicher Reisen zu den Gsibergern und Ostschweizern verstehe ich die Beschten vom Weschten scho guat, odrrr.
Ansonsten ist mir die Beliebtheit der Hauptstädter in der Provinz auch aus Berlin oder Paris nichts Neues.
Hoi

"Sie wern kein Doktor!"

beliebte Prof.Selb bei der 1.Staatsprüfung in Wien politisch korrekt zu Kandidaten und Kandidatinnen zu sagen. Ja, und im Westen versteht man eben auch nicht alles!

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