Bussi links, Bussi rechts

 (Die Presse)

Es gibt Angewohnheiten, die den Menschen im Alltagsleben so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie gar nicht mehr weiter auffallen.

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Es gibt Angewohnheiten, die den Menschen im Alltagsleben so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie gar nicht mehr weiter auffallen. Das Bussi links, Bussi rechts zur Begrüßung zum Beispiel. Als der Autor dieser Zeilen noch jung war, gab es das noch nicht. Man kannte es höchstens aus französischen Filmen.

Wie also kam das, was die Franzosen „la bise“ nennen, nach Österreich? Haben es Frankreich-Urlauber eingeschleppt? Oder Italien-Reisende (denn irgendwann war der Trend, bevor er zu uns kam, auch nach Italien übergeschwappt)? Haben es die Gastarbeiter aus den ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens mitgebracht – als eine unpolitische Variante des sozialistischen Bruderkusses?

Jedenfalls scheint es, als handle es sich hierbei doch eher um ein südeuropäisches Phänomen. Ob die Finnen sich auch mit einem Küsschen links und rechts begrüßen, wissen wir leider nicht. Auch bei den anderen nordwesteuropäischen Völkern sind wir uns nicht so sicher. Wir werden Angela Merkel und David Cameron jedenfalls in nächster Zeit genauer beobachten, wenn sie in Brüssel wieder einmal aufeinandertreffen. OLI


E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2013)

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