Being Wolfgang S.

Als Wolfgang S. eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, sah er sich in einen starken Mann verwandelt.

„Popanz!“, schrie Wolfgang S. Aber ohne ihn. Nie und nimmer werde er das unterschreiben. Nie und nimmer. Schließlich habe er Ministerverantwortung, und zwar nur für sein eigenes Ressort. Was der Lackaffe in seinen viel zu engen Anzügen sonst noch so aushecke, das ginge ihn nichts an.

Überhaupt der nächste Fall für Philippi, der Typ. Erst sehe er ihm über die Schultern beim SMSen mit dem Landeshauptmann, dann beschwere er sich, dass er nur Überschriften produziere. Dabei habe er den Vorspann stets mitgeliefert. Und gleich auch noch entsprechend zugespitzt. Ganz so, wie es sich für einen anständigen Innenminister aus dem Hause Niederösterreich gehört.

Als Wolfgang S. am nächsten Morgen erneut aus unruhigen Träumen erwachte, da sah er den Bundespräsidenten vor sich, der dem dringenden Wunsch des Bundeskanzlers nachkam, ihn zu entlassen, während der Vizekanzler teilnahmslos daneben stand.

Na, dann unterschreibe ich halt, dachte sich Wolfgang S. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Und Philippi würde noch früh genug kommen. Eigentlich konnte er es kaum mehr erwarten. (oli)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2017)

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