Facebook-Demo

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat eine hervorragende Idee geboren: Soziale Medien könnten Demos ersetzen.

Dies wäre zwar ein schwerer Schlag für die Demo-Industrie, in der schlagartig viele Teilzeitarbeitsplätze verloren gingen – also ein Tribut an die Digitalisierung. Aber auch der Rechtsstaat geht eben mit der Zeit. Und das Ganze hat ja auch seine Vorteile: Man braucht nicht mehr auf die Straße zu gehen, um seinen Anliegen Ausdruck zu verleihen, sondern kann das ganz bequem von zu Hause aus erledigen. Schon bisher war das ja so, dass man sich bei Twitter, Facebook und Co. vorwiegend mit Gleichgesinnten umgeben hat, die einen in seiner Meinung bestätigen.

Also eh wie auf einer richtigen Demonstration. Dafür braucht man sich auf einer solchen künftig nicht mehr zu verkühlen, von Autofahrern beschimpfen oder von Polizisten verprügeln lassen. Und seine abgewetzteste Kleidung kann man einfach im Schrank lassen. Für die nächste Viennale-Premierenfeier zum Beispiel. Auch für Transparente müssen keine Bäume und Baumwollfelder mehr sterben.

Bleibt nur ein Problem: Was ist, wenn es plötzlich eine unangemeldete Gegen-Demo auf Facebook gibt? Wo bekommt man dann so schnell die Polizei her? (oli)

Reaktionen an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2017)

Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Facebook-Demo

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.