Ministersuche

Der Nominierung eines neuen Regierungsmitglieds gehen – so hoffen wir wenigstens – eingehende Telefonate, Intrigen und Besprechungen voraus.

Da muss Kanzler Christian Kern in diesen Tagen auf die Frauen Rücksicht nehmen, auf die Gewerkschafter, auf die Länder usw. Nicht beneidenswert.

Nur wer patriarchalisch regierte, konnte auf derlei Mühsal leichten Herzens verzichten. Als etwa Julius Raab einen neuen Handelminister brauchte, erfuhr dies der Auserkorene, Fritz Bock, aus dem Radio. Bock rief den Bundeskanzler an, bedankte sich höflich und meinte schließlich, vorher fragen hätte man ihn schon können. „Und, hättest Na g'sagt?“, fragte Raab darauf. „Nein, natürlich nicht.“ „Na also, warum hätt i' di' dann fragen soll'n?“

In den Siebzigern redeten die Salzburger Genossen ihrem Chef in Wien, Bruno Kreisky, eine hübsche junge Dame namens Elfriede Karl als Staatssekretärin ein. Er brauchte sie nicht wirklich, aber die Salzburger wollten es halt. Kreisky begrüßte die ihm völlig Unbekannte, musste aber gleich zum nächsten Termin. Ein wohlgesinnter Reporter ging auf die Schönheit zu und erbat das erste Interview. Worauf sie gestehen musste. „Herr Redakteur, des ist jetzt a bissl blöd. Ich weiß eigentlich gar net, was ich hier tun soll. Der Chef ist weg, ich wart auf ihn . . .“ (hws)

Reaktionen an:hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2017)

Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Ministersuche

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.