Rat mal, wer zum Essen kommt

Lange, viel zu lange hat die Welt nichts von Sarah Palin gehört – jener Ex-Gouverneurin von Alaska, die als Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner die Amerikaner mit ihrer forschen Art und ihren flotten Sprüchen verblüfft hatte und danach immer wieder einmal mit einem Comeback, ja, gar mit einer Präsidentschaftskandidatur kokettierte. Es ist bekanntlich dann ganz anders gekommen: Palin avancierte zum Star einer Reality-TV-Serie über Alaska, und ein anderer Reality-TV-Star zog ins Weiße Haus ein. Für Palin fand sich indes kein Plätzchen in dessen Küchenkabinett.

Nun revanchierte sich Donald Trump für ihre Unterstützung und bat sie zum Essen ins Weiße Haus. Zur Überraschung brachte sie die Rocker und eingefleischten Republikaner Ted Nugent und Kid Rock mit, die aus lauter Jux bei der Tour durch den Amtssitz beinahe den Mittelfinger ausgestreckt hätten, als sie unter einem Gemälde Hillary Clintons posierten. Ein Präsident kann sich seine Wähler eben nicht aussuchen – mitunter nicht einmal seine Gäste.

Für Sarah Palin ließ der Gastgeber eine flambierte Eistorte in den Konturen Alaskas servieren, und man parlierte dazu unter anderem über Waffen, Grenzschutz, Nordkorea und Russland. Seit sie offenbart hat, sie könne von ihrem Haus nach Russland blicken, ist Palin für all dies und mehr eine erstrangige Expertin. (vier)

Reaktionen an:thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2017)

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