Pizzicato

Handtaschen und Tiger Pumps

Hätte gerade noch gefehlt, dass die Lady beim Dinner in 10 Downing Street ihre Handtasche gegen die hohen Herren aus Brüssel geschwungen hätte – wie einst ihre legendäre Vorgängerin.

Mit derlei robustem Einsatz hatte sich Margaret Thatcher ja den „Briten-Rabatt“ erstritten. Die Waffen der Eisernen Lady haben viele am eigenen Leib verspürt: EU-Bürokraten, Helmut Kohl und nicht zuletzt die argentinischen Generäle im Falkland-Krieg.

Theresa May hat indes ein anderes modisches Faible – für Tiger Pumps und Schuhwerk mit wilden Tiermustern. Dass auch mit ihr nicht gut Kirschen essen ist, bewies sie jetzt, als sie den Satz ausspuckte, die Briten würden keinen Penny für den Brexit zahlen. Überhaupt, man werde sie noch als „bloody difficult woman“ kennenlernen. Dies zumindest sagen ihr wenig charmante Parteifreunde nach. Der Nachtisch ist May nämlich sauer aufgestoßen. Via Medien hatte ein Juncker-Mitarbeiter eine üble Nachrede aufgetischt.

Es sind unerquickliche Zeiten in Brexitland, und die Parlamentswahl im Juni ist noch die leichteste Übung für die Regierungschefin. Von den Royals – geschweige denn von Prinz Philip – ist kein Trost zu erwarten, vom Boulevard nur Häme. Und wenn es hart auf hart kommt, sollte May besser nicht auf die Frauensolidarität einer anderen Pastorentochter zählen – auf Angela Merkel. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2017)

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