Pizzicato

Der Spindoktor

In der SPÖ ist man über die jüngsten Regierungsturbulenzen gar nicht so unglücklich, wie man nach außen hin tut.

Unser gestriger Besuch beim Wiener Spindoktor Mag. (FH) Charly M. war mehr als aufschlussreich. Der junge Mann überflog am Computer gerade sein Gehaltskonto. Und siehe da – ein erkleckliches Sümmchen war da von der Wiener SPÖ überwiesen worden. „Zu Recht“, sagte Charly M. voller Stolz. „Immerhin hab ich 'nen verdammt coolen Job gemacht.“ Das kann man sagen.

Schon vor Wochen waren Emissäre Michael Häupls an den Politikberater herangetreten, sie aus ihrer vertrackten Lage herauszuboxen. Und Charly M. wusste Rat. Alt, aber gut. „Eigentlich recht simpel“, gibt er zu. „Ich säe Zwietracht in der Koalition – und kein Mensch redet mehr über das Zerbröseln der Wiener Sozialisten.“ Dazu bedurfte es natürlich eines Brandbeschleunigers, plaudert Charly ganz unverblümt. „Ich habe mir den Sobotka ausgesucht. Ideal geeignet, verhaltensauffällig – funktioniert perfekt.“ Schon früher habe er einfach den ÖVP-Hühnerstall durcheinandergebracht, wenn wieder einmal Feuer am SPÖ-Dach war. „Eine Obmanndebatte ist bei der ÖVP ja ein Kinderspiel.“

Auch von den Wiener Grünen erwarte er noch eine Überweisung, deutet er uns gegenüber an. Völlig verdient, meinen wir. (hws)

Reaktionen an: hans-werner.scheidl@diepresse.com



[NJ4FV]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2017)

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