Pizzicato

Ich hol mir, was mir zusteht

„Ich hol mir, was mir zusteht“, heißt es im überarbeiteten Plan A von Kanzler Kern neben dem Foto eines lachenden Arbeiters.

Und tatsächlich spricht der neuen Slogan alle an, wie Umfragen zeigen.

„Herr Kern hat völlig recht“, sagt der Ministeriumsbedienstete Sebastian K., als er gerade vom Minoriten- zum Ballhausplatz spaziert. „Ich hol mir, was mir zusteht: die Schlüssel von da drüben“, meint der junge Mann, während er eine Straßensperre aufbaut, um die Route zum Kanzleramt für alle anderen zu schließen. „Haha“, sagt Tourist Werner F., während er sich am Lido di Venezia ein Eis kauft. „Ich hol mir, was mir zusteht: Schokolade und Kirsche, aber ohne Kern. Denn bei mir haben Rot und Schwarz immer noch besser zusammengewirkt als bei anderen“, meint der Mittfünfziger, bevor er sich mit einem weiteren „Haha“ im Liegestuhl zurücklehnt.

„Ich hol mir, was mir zusteht“, sagt auch der steirische Schwammerlsucher Peter P. „Selbst wenn ich dafür eine Partei gründen muss“, meint der ältere Mann, während er sich bereitwillig mit einem zufällig vorbeikommenden Hund fotografieren lässt.

In der SPÖ denkt man nach dem Erfolg des neuen Slogans über weitere volksnahe Sprüche nach. Im Gespräch ist sogar ein ganz auf den Slim-Fit-Kanzler zugeschnittener Werbespot: „Ich will so bleiben, wie ich bin: Kanzler“ – „Du darfst!“. (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2017)

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