Pizzicato

Ego-Shooter

Die Wege, hat der Philosoph Alfred Gusenbauer gesagt, entstehen im Gehen. Und es sind oft ungewöhnliche Wege, die Politiker gehen, um ihre Wähler zu erreichen. Angela Merkel etwa hat die Computerspielmesse Gamescom besucht.

Ob sie da auch rumgeballert hat, ist nicht überliefert, jedenfalls hat sie gute Kritiken bekommen, die „FAZ“ hat dem Ganzen sogar einen Leitartikel gewidmet.

In Österreich wollen es die Spitzenkandidaten Merkel nun gleichtun. Auf die Gamer-Messe braucht Sebastian Kurz allerdings nicht zu gehen. Die Konkurrenten halten ihn ohnehin schon für einen Ego-Shooter. Kurz will sich jedenfalls, um noch die restlichen Stimmen für die Absolute zu ergattern, für ein paar Stunden nach Wien-Neubau wagen. Sie wissen schon – da sind die Neos, die Bobo-Grünen und Christian Kern zu Hause. Der Radverkehr auf der Mariahilfer Straße soll an diesem Tag sicherheitshalber eingestellt werden, das hat Innenminister Wolfgang Sobotka so angeordnet.

Christian Kern hingegen traut sich doch noch einmal zu den Start-ups. Mit einem eigenen Slogan allerdings, den ihm Tal Silberstein noch aufgeschrieben hat: „Behalte, was sie dir wegnehmen wollen.“ Auch der Philosoph Alfred Gusenbauer, mittlerweile Entrepreneur, wollte zu diesem Termin mit. Allerdings erhielt er nun ein SMS aus der Löwelstraße: „Die Wege entstehen im Weggehen.“ (oli)

Reaktionen an: oliver.pink@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2017)

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