Pizzicato

Schwimmflossen statt Stilettos

Die Wahl des richtigen Schuhwerks kann über Wohl und Wehe entscheiden.

Als Gerhard Schröder – vulgo Gerd – im Spätsommer 2002, wenige Wochen vor der Wahl, als Regierungschef in Stiefeln und Regenjacke im Osten Deutschlands durch die Oderflut stapfte, während sich der Stoiber-Edi auf Sylt den Wind um die Ohren wehen ließ, rettete er kein Menschenleben, aber den Wahlsieg.

Melania Trump steht nicht zur Wahl, als First Lady und Exmodel indes in der Auslage. In Sonnenbrillen und Bomberjacke – als würde sie für die Neuauflage von „Top Gun“ posieren – und Stilettos stakste sie in Washington übers Rollfeld. „Hilfe ist unterwegs“, höhnte einer. Hunter-Stiefel, wie sie in Chelsea und Soho – in New York wie London, und nicht nur im Regen – chic waren, wären eher angebracht gewesen für den Trip ins Katastrophengebiet in Texas.

Als sie schließlich im Lone Star State landete, entstieg sie der Air Force One im nigelneuen Outfit für den Catwalk im Krisenzentrum in Corpus Christi: blaue Baseballkappe mit der Aufschrift „Flotus“ (für First Lady of the United States – als ob wer dies nicht wüsste), weiße Bluse und statt High Heels weiße Sneakers, als würde sie bei den Tennis-US-Open in New York vorbeischauen. Vielleicht sollte sich Melania passende, krisenfeste Kleidung für ihr Dasein im Weißen Haus zulegen. Spötter rieten ihr zu Schwimmflossen. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2017)

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