Die Antibierprotestierer

Interessantes vom unteren Ende der Erde geht bei uns ja oft unter.

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So ist das Leben halt.
So ist das Leben halt. – Turnbull/privat

Australiens Premierminister, Malcom Turnbull (62), hat wegen eines auf Facebook geposteten Fotos Wickel bekommen. Es zeigt ihn bei einem Footballmatch in Sydney, wie er mit seiner Baby-Enkelin Alice dahockt und liebevoll über die schütteren blonden Härchen auf ihrem Köpfchen schnuffelt. Die Szene ist superlieb, man kann sich gut hineinversetzen.

Blöderweise ist da das Plastikbecherlein in Turnbulls rechter Hand, in das ein „middy" passt: 285 ml, in weiten Teilen Australiens ein kleines Bier. Ah, da ging's in den (a)sozialen Medien dann also los: Er gebe ein schlechtes Beispiel ab, sei ein „alco-popi" (Alk-Opa). Oder: „Ein Kind halten mit Alkohol in der Hand – welch Schande!"

Tja. Was hätte er denn noch halten dürfen, damit's politisch korrekt ist? Einen Fair-Trade-Kaffee? Apfelsaft von nach dem Mondkalender arbeitenden Biobauern? Ein veganes Eis? Grüntee? (Achtung: Kann Flugware aus China enthalten!) Ehrlich: Das geht im echten Leben, das auch Leben ist, diesfalls simply gar net. Man stelle sich das geifernde Guti-Gaga vor, hätte der Mann einen Burger in der rechten Hand gehalten...

Letztlich wurde Turnbull sogar von der linken Opposition, den meisten Grünen und dem Gros der Social-Media-Poster verteidigt: „Lasst ihn ein Opa sein", hieß es etwa. Oder: „Regt's euch net wegen eines Bierchens auf!" Wieder einmal ein Beispiel, wie nervig und destruktiv die bigotten hypersensibel Empörungsbereiten sein können. (wg)

Reaktionen an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2017)

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