Die Änderung der Bundeshymne war erst der Anfang. Jetzt kommen die Landeshymnen dran: „Vater Rhein“ geht natürlich nicht, so wie es jetzt in der Vorarlberger Hymne heißt. Und auch nicht, dass die schönsten Jahre „beim lieben, guten Mütterlein“ verbracht wurden. Wie wär's mit Kinderkrippe? In Tirol sollten angesichts Hofers Hinrichtung nicht nur „der Brüder“, sondern auch „der Schwestern Herz“ bluten. Und was soll das mit den „Waffenbrüdern“?
Apropos Waffenbrüder: „Mannesmut und Frauentreu'“ in der Kärntner Hymne gehört umgetextet. Um den poetischen Gehalt nicht zu gefährden, empfiehlt es sich, dies umzudrehen: Auch „Mannestreu' und Frauenmut“ können die Grenze erstreiten. Und warum hat man das oberösterreichische „Hoamatland“ so gern „wia a Kinderl sei Muata“ – und nicht „sein Våta“? Und so gern wie „a Hünderl sein Herrn“ – statt „sei Frauerl“? „Land unsrer Väter“ darf Salzburg künftig nicht mehr heißen – sondern „Land unsrer Eltern“. Bei den Steirern sollte nicht nur der „Jäger“, sondern auch die Jägerin kühn ihr Leben wagen. Einzig gendergerechte Hymne ist die niederösterreichische. Und die Wiener haben sich den Ärger überhaupt gleich erspart. Sie haben keine Hymne. MAF/PÖ
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2011)















