Im Großen und Ganzen lassen sich drei Kältetypen beobachten. Ist es kalt und sonnig, wirken die Menschen ausgeglichen, gut gelaunt, ja fast ein wenig aufgekratzt. Ist es kalt, aber wolkenverhangen, dann neigen sie dazu, missmutig durch die Straßen zu eilen, beim Einsteigen in die Straßenbahn jene, die aussteigen wollen, forsch anzurempeln oder die Bedienerin an der Wursttheke wegen Nichtigkeiten anzupflaumen. Und dann wäre da noch der Aggregatzustand, wenn es kalt ist und schneit – ein Mittelding aus obigen Fällen. Denn da sind die Menschen so damit beschäftigt, einen Fuß vor den anderen zu bekommen, dass ihnen zu wenig Zeit bleibt, die anderen anzustrahlen beziehungsweise anzugranteln.
Und dann gibt es da noch jene Ausnahmemenschen, die die derzeitige Wetterlage zu großen Romantikern macht. „Ich bin seit 40 Jahren verheiratet und das soll auch so bleiben“, ließ dieser Tage ein gewisser Fritz Neugebauer ausrichten. Und verfügte sich aus eben diesem Grund ins Salzburgische zum Langlaufen. Derweil die Regierung in Wien auf ihn wartet, um endlich ihr Sparpaket abschließen zu können. Wenn er dann wieder da ist. OLI
E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)















