Der wagte sich vor fünfzig Jahren auf den zugefrorenen Teich im Türkenschanzpark. Im Hubertusmantel, den Schulranzen auf dem Buckel. Kurz gesagt, das Eis brach ein, der Schulbub rannte heim, läutete recht zaghaft. Der Mantel troff, in der Schultasche gluckerte das Eiswasser. Was erfindet man da schnell im Schock? „Mir – ist das Malhäferl umgefallen ...“ So blöd muss man sein! Tochter Magda lacht sich heute noch schief.
Daher hege ich tiefes Verständnis für die Malaise eines entfernt Bekannten. Den zwickte neulich die Finanz: „Sagen S', woher hab'n denn Sie 500.000 Euro in bar?“ Ja, was sagt man da auf die schnelle Tour, wenn der kluge Advokat Ainedter net zur Hand ist? „500.000? Ach so, ja – die hat mir meine geliebte Schwiegermutti geborgt, damit ich ihr endlich beweise, dass ich auch irgendwas kann.“
Allein, es ist wie bei meinem Malhäferl: Die Wahrheit kommt schneller ans Licht, als der Schmähtandler laufen kann. Die Schwiegerin weiß gar nichts von dem Geld. Ich aber weiß noch sehr gut, dass meiner Mama damals „die Hand ausgerutscht“ ist. Mehr wollen wir nicht dazu sagen. HWS
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2012)















