Die Finanzkrise in Italien hat nun auch ein prominentes Opfer gefordert. Das „Caffè degli specchi“ in Triest, das erste Café am Platz, auf der weitflächigen Piazza dell' Unita d'Italia, in dem schon die Schriftsteller Rainer Maria Rilke, Franz Kafka und James Joyce ihre Nachmittage und möglicherweise auch ihre Abende verbrachten, ist pleite. Dass es seinerzeit, 1839, von einem Griechen eröffnet wurde, muss wohl nicht eigens erwähnt werden.
Vielleicht hätten sie im „Caffè degli specchi“ die Chips doch nicht immer gratis dazureichen sollen. Und die Kellner hätten eine Spur flotter sein können – vor allem wenn es ans Zahlen ging. Aber in den Berlusconi-Jahren waren die Italiener eben noch eine Spur verschwenderischer und leichtlebiger als sonst. Unter Mario Monti hingegen kehrt nun ein wenig die technokratische Nüchternheit ein.
So auch im „Caffè degli specchi“, dem „Cafe der Spiegel“, das im Inneren vor allem durch seine üppigen Kronleuchter besticht. Denn dieses wird nun von Segafredo übernommen. Und das ausgerechnet in der Heimatstadt der berühmten Kaffeerösterfamilie Illy.
Aber immerhin wird kein Starbucks daraus. OLI
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)















