Für Bienenkenner war die Meldung nichts Neues, aber man hört es immer wieder gern: Bienen sind im Schwarm intelligenter als jedes Individuum allein. Aktuell bestätigte das eine Gruppe der Uni Graz um Thomas Schmickl: Eine einzelne junge Biene läuft in einem Bienenstock, der auf der einen Seite zu heiß, auf der anderen Seite zu kalt ist, wahllos herum – verkühlt sich hier die Beinchen und überhitzt sich dort. Setzt man aber eine Gruppe von jungen Bienen in die Versuchsarena, so sammeln sich bald alle gemeinsam bei der Wohlfühltemperatur von 36 Grad und müssen dadurch sehr wenig Energie aufbringen, um die für ihre Entwicklung optimale Körpertemperatur zu halten.
Wer derzeit durch Wien spaziert, kann auch hier Schwarmbildungen beobachten: Jedoch von der Spezies Homo sapiens sapiens. Interessanterweise passiert aber das Gegenteil von „Schwarmintelligenz“: Denn jeder Zentimeter Parkwiesenfläche wird hier von Massen an Menschen bevölkert. Jedem Einzelnen wäre bestimmt aufgefallen, dass der Boden noch zu kühl zum Sitzen ist. Doch wer will – Intelligenz hin oder her – nicht mittun bei der Rasenbesetzung, wenn dort bereits Schwärme gut gelaunter Menschen hocken? VERS
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2012)















