Von dieser Stelle aus grüßen wir heute unseren Freund Herbert Krejci. Einen weisen Alten, der stundenlang Anekdoten aneinanderreihen kann. Eine besser als die andere. Bitte, wer merkt sich das alles?
Etwa diese: Das schwerste Leben im „Kurier“ der 1980er-Jahre hatte wohl er – einerseits Generalsekretär der Industriellenvereinigung, als Aufsichtsrat aber auch für die Blattlinie des „Kurier“ verantwortlich. „Täglich am Morgen hat mich der Manfred Mautner Markhof angebrüllt, täglich am Abend der Michael Graff. Bis ich dem gesagt hab: ,Herr Graff, ich habe im Weltkrieg in Dnjepropetrowsk einen Unteroffizierslehrgang gemacht. Sie dürfen sicher sein, dass ich lauter schreien kann!‘ Darauf übersandte Frau Maria Graff frische Erdbeeren.“
Im „Kurier“-Aufsichtsrat waren noble Herren vertreten. Einer hieß Charly V. und war Bosch-Gesellschafter. Ein anderer, der Doktor Voglar, vertrat die Zuckerindustrie. Der fragte einen Bewerber um einen leitenden Posten: „Sind Sie Kommunist?“ Der Befragte konnte wahrheitsgemäß verneinen. „In welchen Verhältnissen leben Sie?“ – „Ich habe eine langjährige Beziehung zu einer verheirateten Frau.“ – V.: „Gott, ist der Mensch zu beneiden!“ hws
E-Mails an: hans-werner.scheidl@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2012)















