22.05.2013 20:59 Merkliste 0

Schärfs Parteiausschluss

Hans-Werner Scheidl (Die Presse)

Noch ein Nachtrag zur „Welt bis gestern“ über den Christlichsozialen Karl Lugmayer. In seinem Nachlass fand sich ein Brief, den er im Jahr 1967 an den Exminister Tschadek (S) gerichtet hat.

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Noch ein Nachtrag zur „Welt bis gestern“ über den Christlichsozialen Karl Lugmayer. In seinem Nachlass fand sich ein Brief, den er im Jahr 1967 an den Exminister Tschadek (S) gerichtet hat. Lugmayer, der ein Intimus von Julius Raab war, erzählt darin, was sich vor dem Flug der österreichischen Viererdelegation 1955 nach Moskau abspielte, die schließlich glücklich den Staatsvertrag heimbrachte. Was aber vorher keiner wissen konnte. Es war ja wirklich ein Flug ins Ungewisse.

Raab zu SPÖ-Chef Adolf Schärf: „Herr Vizekanzler, fliegen Sie mit?“ – Schärf: „Ich kann nicht. In meiner Partei gibt es einen Beschluss, dass jeder Besucher Moskaus aus der Partei ausgeschlossen wird.“ – „Ich mache Sie aufmerksam, dass Sie dann als Vertreter Ihrer Partei an der Erreichung eines Staatsvertrages unbeteiligt sind.“ – „Ich werde heute noch einmal mit dem Parteivorstand sprechen.“

Wenig später bekam Schärf grünes Licht für den Flug. Als alles glücklich ausgegangen war, brummte Raab auf dem Heimflug hinüber zu seinem liebsten Parteigegner: „Na, Herr Vizekanzler, werden S' jetzt ausgeschlossen, wann mir in Österreich landen?“ hws


E-Mails an: hans-werner.scheidl@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2012)

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2 Kommentare
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Ein späterer Bundeskanzler hat den Boden des Roten Platzes geküßt, als er ihn betrat!

Wäre das nicht ein Beweis dass er auch für einen Staubsaugervertreter gegeignet gewesen wäre

Gast: ökono-mist
04.06.2012 00:49
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Sinowatzens Einschlafprobleme in neuem historischen Licht


Nun wissen wir aber auch, wann und wo die Urangst führender Sozialdemokraten, ohne die Partei nix zu sein, grundgelegt wurde...

P. S.: Damals konnten sie wenigstens noch der ÖVP ihr Leid klagen...

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