J'accuse!“, empörte sich Heinz-Christian Strache jüngst und wies darauf hin, dass „die Vorverurteilung“ seines FPÖ-Kollegen Martin Graf ihn „schon manchmal an den Strauss-Kahn“ erinnere. Und wahrlich: Die Parallelen zwischen Graf und Dominique Strauss-Kahn sind verblüffend. Zwar ist nicht bekannt, ob Graf in derselben Weise sich das Handtuch von den Lenden reißend alles offen legte, um eine betagte Dame von den Vorzügen einer Privatstiftung zu überzeugen, wie es DSK getan haben soll, um ein Zimmermädchen für sein gewinnendes Wesen einzunehmen. Ansonsten aber gleichen sich die Fälle: Frau Meschar bedauert ihre damalige Zustimmung heute ebenso wie Frau Diallo. Und über beide Herren wurde die mediale Höchststrafe verhängt: Graf sah in der Befragung durch Armin Wolf in der „ZiB 2“ ebenso zerstört aus wie DSK beim „Perp Walk“ in einer New Yorker Strafvollzugsanstalt.
Am Montag hat Graf seinen Rückzug aus dem Vorstand der Stiftung erklärt – so, wie DSK seinerzeit sein Amt als IWF-Chef zurücklegte. Böse Stimmen munkeln, der Monatsbezug eines Dritten Nationalratspräsidenten von 13.872 Euro sei halt reizvoller als die Mühsal eines Stiftungsvorstandes. Was wir natürlich als üble Vorverurteilung zurückweisen wollen. GO
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2012)















