Seit Jahren hat man nichts mehr über Curd Jürgens gelesen. Doch nun sind die Gazetten wieder voll mit Geschichten über Curd Jürgens. So wurde soeben unter anderem eine sommerliche Affäre mit Romy Schneider post festum geoutet. Möglicherweise hängt all das auch damit zusammen, dass sich Curd Jürgens Sterbetag am 18.Juni zum zwanzigsten Mal jährt.
Und ehrlich gesagt, war das gar nicht so schlecht, dass man schon lange nichts mehr über Curd Jürgens gelesen hat. Oder lesen musste. Denn sonst könnte einen tagtäglich der Neid fressen. Und das nicht nur wegen Romy Schneider.
Denn der Mann war Sozialist, also vom Image her ein guter Mensch, allerdings einer mit Bentley, Porsche und Rolls Royce in der Garage. So lässt sich gutes Gewissen mit schönem Leben bestens kombinieren. Noch dazu, wenn man Landsitze in Saint-Jean-Cap-Ferrat (dort spielte sich auch die Romanze mit Romy Schneider ab), in Gstaad und auf den Bahamas sowie Stadtwohnsitze auf der Avenue des Champs-Élysées und am Wiener Franziskanerplatz hat. Selbstredend mit Personal.
Nur: Fünf Mal verheiratet zu sein, stellen wir uns dann doch ein wenig anstrengend vor. OLI
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.06.2012)















